Christmas Party mit DJ Tommaso

Plakat-Weihnachtsparty

Rede – Gedenken zu den Novemberpogromen 10.11.2025

von Désirée Barretta & Finja Kierbaum

Liebe Anwesenden, lieber Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Stadt, liebe Bürgerinnen und Bürger,

wir stehen heute hier, 87 Jahre nach der Reichspogromnacht und gedenken jener Nacht, in der in ganz Deutschland Synagogen brannten, jüdische Geschäfte zerstört, Menschen gedemütigt, verhaftet und ermordet wurden.

Eine Nacht, die das Ende der Menschlichkeit und den Beginn eines der dunkelsten Kapitel unserer Geschichte markierte. Wir stehen heute hier als Teil einer Stadtgesellschaft, die sich bewusst ihrer Geschichte stellt.

Als Jugendstadtrat möchten wir zeigen: Erinnern ist eine gemeinsame Aufgabe.

Über Generationen hinweg tragen wir die Verantwortung, das Geschehene nicht zu vergessen und aus der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen. Auch hier in Solingen sind die Spuren dieser Geschichte sichtbar.

Die Solinger Synagoge, die einst genau an diesem Ort stand, wurde in jener Nacht zerstört. Unsere Stadt hat Leid, Zerstörung und Wiederaufbau erlebt. Doch Solingen hat auch immer wieder gezeigt, was Zusammenhalt bedeutet…

Was es heißt, Menschlichkeit zu bewahren, selbst wenn Hass versucht, sie zu zerstören.

Wir erinnern heute nicht nur an das, was war. Wir blicken auch auf das, was ist und auf das, was unter keinen Umständen wieder geschehen darf! Denn Antisemitismus, Rassismus und Hass sind keine Gespenster der Vergangenheit. Sie sind leider immer noch Teil unserer Gegenwart…

Wenn Menschen wegen ihres Glaubens, ihrer Herkunft oder ihres Aussehens angefeindet werden, dann ist das ein Angriff auf uns alle.

Als junge Menschen fragen wir uns oft: Was können wir tun?

Wie können wir dazu beitragen, dass sich Geschichte nicht wiederholt?

Vielleicht beginnt es damit, dass wir zuhören – den Überlebenden, den Zeuginnen und Zeugen, den Familien, die ihre Stimmen heute weitertragen.

Vielleicht beginnt es auch damit, dass wir nicht wegsehen, wenn Unrecht passiert und dass wir sprechen, auch wenn Schweigen vielleicht bequemer wäre. Erinnern bedeutet für uns, Verantwortung zu übernehmen, egal ob in der Schule, in den sozialen Medien, im Freundeskreis, in unserer Stadt.

Und Verantwortung bedeutet, Haltung zu zeigen. Denn Demokratie, Vielfalt und Freiheit sind keine Selbstverständlichkeit. Sie müssen jeden Tag neu gelebt, geschützt und verteidigt werden. Solingen weiß, was Hass anrichten kann.

Der Brandanschlag von 1993 hat uns schmerzhaft gezeigt, dass die Wurzeln von Rassismus tief reichen und dass Erinnern allein nicht reicht, wenn wir nicht handeln.

Deshalb wollen wir als junge Generation Mut machen: Mut, für Menschlichkeit einzustehen.

Mut, Nein zu sagen – zu Hass, zu Hetze, zu Gleichgültigkeit.

Und Mut, Ja zu sagen – zu Respekt, zu Vielfalt, zu einem friedlichen Miteinander.

Wir glauben fest daran, dass selbst in der dunkelsten Nacht ein Licht der Hoffnung brennen kann – wenn wir es gemeinsam tragen.

Nie wieder ist jetzt.

Nie wieder ist hier.

Nie wieder ist unsere Aufgabe, die Aufgabe aller!

Danke.

 

Aktionen zur Kommunalwahl 2025

Rede bei Together we Shine – Gedenken zur Reichspogromnacht 09.11.2024

von Henry Michels & Clara Vis

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Unterstützende, liebe Anwesende.
Wir freuen uns, dass so viele von Ihnen unserer Einladung ins Haus der Jugend gefolgt sind. Ich bin Clara, das ist Henry. Wir beide sind Mitglieder des Jugendstadtrates, und möchten Sie herzlich hier begrüßen.

Doch wir sind heute nicht aus einem fröhlichen Anlass hier. Wir sind hier, um zu trauern. Wir sind hier, um der Opfer zu gedenken, die am 9.11.1938 in der Reichspogromnacht starben. Wir sind hier, um uns daran zu erinnern, um nicht zu vergessen, was geschehen ist, und um sicherzustellen, dass so etwas nie wieder geschieht.

Heute, vor 86 Jahren, ungefähr zu dieser Uhrzeit, begannen deutschlandweit Übergriffe auf jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, Plünderungen und Zerstörungen ihrer Wohnungen und Geschäfte, und Brandstiftungen an hunderten Synagogen in Deutschland.

Auch bei uns in Solingen kam es in dieser Nacht zu gewaltsamen Ausschreitungen. Die ehemalige Synagoge an der Malteserstraße, wo wir gerade herkommen, wurde in Brand gesetzt, Häuser und Läden wurden attackiert, der jüdische Friedhof an der Vereinsstraße wurde zerstört. Im Stadthaus Solingen verhafteten die Nazis 32 Personen, von denen mindestens 10 Männer in Konzentrationslager deportiert wurden. Es sind 5 Todesfälle aus dieser Nacht dokumentiert, einer von ihnen war der jüdische und kommunistische Kulturredakteur Max Leven.
All diese Verbrechen geschahen aus purem Hass. Für derartige Taten kann es keinen triftigen Grund geben. Die Nazis wollten in der Reichsprogromnacht die Auslöschung der Juden beschleunigen, wirtschaftlichen Profit daraus schlagen und alle übriggebliebenen Widerstandskämpfer*innen einschüchtern.

Auch heute ist es einfach, den Mut zu verlieren. Auch heute breitet sich der Hass immer weiter aus. Auch heute gibt es Menschen, die unsere Demokratie zu zerstören versuchen. Wir leben in einer Zeit in der Hoffnung und Zuversicht nicht mehr etwas Selbstverständliches sind. Allein dieser Mittwoch hat uns nochmal gezeigt, wie instabil unsere Demokratie sein kann und wie schnell es geht, dass die falschen Menschen an Macht gelangen

Angefangen mit den US-Wahlen und geendet mit dem Auflösen unserer Regierung. Doch ist jetzt alles hoffnungslos? Ist jetzt der Punkt gekommen, an dem wir einfach aufgeben sollten? Die Antwort ist klar… NEIN! In solch schwierigen Zeiten könnte man meinen, dass wir auf die Probe gestellt werden. Alles scheint aus dem Gleichgewicht zu geraten. Doch genau hier und jetzt müssen wir unsere Stärke zeigen. Wir müssen zeigen, dass wir uns nicht von Angst, Populismus und Lügen unterkriegen lassen. Wir müssen zeigen, dass unsere Stimmen Laut und viele sind. Egal wie einfach schwierige Situationen von Populisten dargestellt werden, lasst uns zeigen, dass sie unsere Meinung nicht verdrehen können und dass wir für Frieden, Stärke und Gemeinschafft stehen.

Wir müssen als Gesellschaft zusammenhalten. Lasst uns nicht nachgeben. Lasst uns niemals unsere Menschlichkeit verlieren. Denn in unserer Demokratie haben wir die Macht, die Welt und ihre Zukunft mitzugestalten.

Lasst uns heute, hier und jetzt ein Zeichen für unsere Werte setzen und niemals vergessen, dass wir mit dem Glauben in uns als Gesellschafft niemals verlieren werden.

Eröffnungsrede beim Klingenpride CSD 27.07.2024

von Henry Michel, Finja Kierbaum, Clara Sophie Vis

Liebe Freund*innen, liebe Unterstützende.

Wir sind hier heute alle versammelt, um zu demonstrieren, zu feiern und Toleranz, Gleichberechtigung und Freundschaft zu zeigen.

Mein Name ist Finja, und ich habe zusammen mit Clara und Henryb heute die Ehre, den Christopher Street Day 2024 in Solingen zu eröffnen. Wir alle drei sind Mitglieder des Jugendstadtrates und es ist uns eine besondere Freude, heute hier sprechen zu dürfen.

Der Christopher Street Day ist ein Tag, der ursprünglich an den mutigen Widerstand in der Christopher Street von 1969 erinnert und den Beginn der LGBTQ+-Bewegung markiert. Im Laufe der Zeit hat sich der CSD zu einem Ereignis entwickelt, bei dem wir unsere Diversität und unseren Stolz darauf zelebrieren.

Wir sind heute nicht nur zur Feier unserer Vielfalt und unserer Gemeinschaft hier, sondern auch um zur Handlung gegen Diskriminierung und für Gleichberechtigung aufzurufen. Jeder Mensch möchte so behandelt werden, wie seine Mitmenschen. Das ist der Kern von Gleichberechtigung und der CSD wurde unter anderem ins Leben gerufen, um genau diesen zu wahren.

„Ich habe meinen Sohn verloren.“ Vor nicht einmal einer Woche twitterte der Multi-Milliardär Elon Musk diesen Satz auf seiner Plattform X. Gemeint ist damit seine trans-sexuelle Tochter. Wie Sie sehen, ist es heutzutage für einige Eltern noch lange nicht selbstverständlich, das Coming-Out ihres Kindes zu akzeptieren und es weiterhin zu lieben, wie es ist.

Aus einer Ipsos-Studie aus dem Jahr 2023 geht hervor, dass 11% der Deutschen sich als Teil der LGBTQ+-Community identifizieren. In der Generation Z, unserer Generation, sind es sogar 22%. Das ist kein kleiner Rand unserer Gesellschaft, das ist ein bedeutsamer Teil. Trotzdem sagen 12% der Frauen und 25% der Männer, dass sie mit negativen Emotionen auf ein Coming-Out ihres Kindes reagieren würden. In 62 Staaten der Welt wird Homosexualität heute noh strafrechtlich verfolgt. Und selbst eine Andersbehandlung, obwohl jemand nur freundlich sein wollte, bleibt eine Andersbehandlung.

Deshalb müssen wir noch viel unternehmen, aufklären und sensibilisieren. Auch wenn es nicht viel ist, können wir alle etwas dazu beitragen, indem wir unsere Mitmenschen gerecht behandeln, egal ob lesbisch, hetero, trans, bi oder jede andere sexuelle Identität. Wir alle sind Menschen und haben Gleichbehandlung verdient.

Gerade für Jugendliche kann es schwer sein, offen zu ihrer sexuellen Identität zu stehen. Mobbing in der Schule, fehlende Akzeptanz der Eltern, Freunde, die sich abgrenzen… all das sind Probleme, mit denen immer noch zu viele queere Jugendliche täglich konfrontiert sind. Dieser Druck kommt nur zu dem Druck hinzu, der sowieso schon auf unseren Schultern lastet, was runterziehen und psychisch belasten kann. Dabei befinden sich Jugendliche in einer wichtigen Lebensphase, in der sie besonders schutzbedürftig sind. Die Gesellschaft sollte sich schützend um sie stellen und alles für ihre freie Entwicklung tun, anstatt weitere Diskriminierung zuzulassen. Allein für sie lohnt es sich, für eine sicherere, offenere, für eine bessere Zukunft zu kämpfen.

Es ist jedoch nicht so, dass wir nichts geschafft haben. Im Gegenteil. Wir haben schon viel erreicht: Von rechtlichen Fragen, wie der Ehe für alle oder dem Selbstbestimmungsgesetz, bis zur wachsenden gesellschaftlichen Akzeptanz. Aber das ist noch lange nicht genug. Diskriminierung und Gewalt gegen queere Menschen existiert ständig und überall.

Lasst uns unsere Einheit und unsere Stärke zeigen. Denn wir sind eine Gemeinschaft, die zusammensteht und sich gegenseitig unterstützt. Lasst uns ein Safe Space sein, für alle die, die jemanden brauchen, der sie so akzeptiert, wie sie sind. Lasst uns alle aktiv bleiben und für eine Zukunft kämpfen, in der niemand aufgrund seiner Identität oder Orientierung diskriminiert wird.

Wir alle können etwas dazu beitragen und dieses Ziel gemeinsam umsetzen. Wer nicht weiß wie, soll fragen. Wer nicht weiß wann, soll gleich beginnen, und wer nicht weiß warum, hat nicht zugehört.

Ein großer Dank geht an alle, die diesen Tag möglich gemacht haben, die Organisator*innen, die Freiwilligen und natürlich an euch alle, die heute hier sind. Kommt gerne auch vorbei zu unserem Stand vom Jugendstadtrat, dort könnt ihr unter Anderem euer Wissen über die bekanntesten LGBTQ-Flaggen testen.

Lasst uns jetzt gemeinsam feiern, demonstrieren und unsere Stimme erheben. Viel Spaß und einen unvergesslichen Tag! Hiermit erklären wir den Christopher Street Day „Klingenpride“ für eröffnet!

Rede bei Bunt statt Braun am 31.05.2024

Von Henry Michel & Désirée Barretta

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

heute stehen wir als Jugendstadtrat vor Ihnen, um über zwei wichtige Anliegen zusprechen, die nicht nur unsere Gesellschaft, sondern auch unsere Zukunft maßgeblich beeinflussen: den Klimawandel, von dem immer noch, immer wieder Menschen behaupten, er sei nicht von uns Menschen gemacht und den Kampf gegen rechtsextreme Parteien, die schon so viel Macht erlangt haben.

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Die Auswirkungen sind bereits spürbar und bedrohen nicht nur die Umwelt, sondern auch unsere Lebensgrundlagen. Es ist unsere Verantwortung, Maßnahmen zu ergreifen, um den Klimawandel einzudämmen und eine nachhaltige Zukunft für kommende Generationen zu sichern.

Es liegt in unserer Verantwortung, den Klimawandel wahrzunehmen und entschlossen dagegen anzugehen. Wir müssen unseren Lebensstil überdenken, nachhaltige Alternativen suchen und gemeinsam handeln, um die Erderwärmung zu begrenzen und die Folgen des Klimawandels abzumildern.

Jeder einzelne von uns kann einen Beitrag leisten, sei es durch bewussten Konsum, Energiesparen, Müllvermeidung oder politisches Engagement. Es ist an der Zeit, dass wir gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft kämpfen – für uns selbst, für kommende Generationen und für unseren Planeten.

Gleichzeitig müssen wir uns gegen rechtsextreme Parteien und Ideologien stellen, die Hass, Spaltung und Diskriminierung fördern. Diese Parteien gefährden unsere Demokratie und den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Es ist wichtig, dass wir uns gemeinsam für Toleranz, Vielfalt und Respekt einsetzen und extremistischen Strömungen entschieden entgegentreten.

Lasst uns gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft kämpfen, in der der Schutz unserer Umwelt und die Werte einer offenen und demokratischen Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Jeder von uns kann einen Beitrag leisten, um positive Veränderungen herbeizuführen. Lassen Sie uns gemeinsam handeln und eine bessere Welt für uns alle schaffen.

Vielen Dank.

 

 

Agenda-Preisverleihung – Laudatio für den Klingenpride Solingen

(Sinja Waldmann)

Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich freue mich sehr heute die Ehre zu haben im Namen des Jugendstadtrates Solingen die Laudatio für den Sonderpreis des Oberbürgermeisters zu halten.

Zuhause.

Was macht ein Zuhause aus? Ab wann fühl ich mich zuhause?

Zuhause ist da, wo ich mir keine Sorgen machen muss, dass mir oder meiner Familie etwas passiert, dass ich angegangen werde oder ich mir unpassende Sprüche anhören muss. Sicherheit.

Zuhause ist da, wo ich immer wieder die Erfahrung mache, dass ich mich auf die Menschen und den Ort verlassen kann. Geborgenheit.
Zuhause ist da, wo ich sein kann wer ich bin, wo mir niemand sagt, wie ich sein soll oder muss. Zuhause ist da, wo ich mich nicht verstellen muss. Akzeptanz.

„Als wir mit ein paar Freunden auf unserem Wagen „Gemischt-Waren-Laden“ über die Deutzer Brücke auf den Dom zugefahren sind wusste ich, ICH BIN ZUHAUSE!“ So beschrieb Guido Baron-Buß seinen zuhause Moment während dem CSD in Köln.

CSD – der Christopher Street Day, Gay Pride, Gleichheitsparaden

Ein Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender-Personen und Intersexuellen. An diesem Tag wird für die Rechte dieser Gruppen sowie gegen Diskriminierung und Ausgrenzung demonstriert. Im Jahre 1969 war der erste Aufstand in New York, der sich gegen die Polizeiwillkür und die gewalttätigen Razzien in Kneipen richtete. Dieser Aufstand ging von trans- und homosexuellen Personen aus, sowie von Afroamerikanern und Menschen mit lateinamerikanischer Herkunft. Im Gedenken an den Jahrestag des Aufstandes, auf dem die New Yorker Polizei für tagelange Straßenschlachten sorgte, entstand der Christopher Street Liberation Day.

1977 erreichte die Bewegung mit einer Demonstration in Stockholm Europa. Zwei Jahre später waren die ersten Christopher Street Days in Bremen, Köln und Berlin.

Jetzt 44 Jahre später ist das Thema leider immer noch genauso aktuell wie damals. Immer noch haben Menschen Angst sich zu outen, werden im Job, bei der Wohnungssuche und im Alltag vernachlässigt, haben weniger Möglichkeiten Kinder zu bekommen und sie machen sich sorgen wo sie sich wie verhalten können. Betroffenen werden unnötig Steine in den Weg gelegt. Die Akzeptanz und Sicherheit sind auch im Jahre 2023 nicht gewährleistet.

Dank vier engagierten und motivierten Personen und der Unterstützung von vielen Vereinen konnte am 30.07.2022 der erste Christopher Street Day in Solingen stattfinden – der KLINGENPRIDE. Über 7500 Menschen besuchten den Klingenpride im Südpark an den Güterhallen.

Ein Fest zur Aufklärung, zum Feiern und zum Frei sein. Ein Fest voller Akzeptanz, Vielfalt, Unterstützung und Zusammenhalt.
„Als ich von der Empore auf den Weg vor den Güterhallen geguckt habe und nur Köpfe sah wusste ich, wir machen das richtige. Zuhause ist jetzt auch beim CSD-Solingen.“, so Guido Baron-Buß.

Pünktlich zu Nicolaus haben Ehepaar Baron-Buß, Manfred Ackermann und weitere Aktive den Verein Christopher Street Day (CSD) Solingen e.v. gegründet. Seitdem finden regelmäßig Netzwerktreffen statt und der diesjährige Klingenpride wird wieder organisiert. Aber auch darüber hinaus ist der Verein sehr engagiert. Austauschs- und Netzwerktreffen sowie Aufklärungs- und Informationsveranstaltungen stehen das ganze Jahr über im Vordergrund.
Der Verein war überrascht, wie viele kleine Aktionen in Solingen sich schon für Gerechtigkeit und Akzeptanz für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender-Personen und Intersexuelle einsetzen. Nun sehen sie sich als Bindeglied zwischen allen Akteuren und hoffen, dass die Bewegung in Solingen immer größer wird.
Nach circa vier Jahren, in denen mir bewusst war, dass meine Schwester auf Frauen steht, obwohl sie sich nie explizit vor mir geoutet hat, fragte ich sie neulich, warum sie mir das nie erzählt hat. Ihre Antwort war „Ich wusste, dass ich es dir nicht erzählen muss, weil ich wusste, dass es dir egal ist auf welches Geschlecht ich stehe. Ich wusste, dass du mich akzeptierst, wie ich bin.“

Ich bin mega glücklich und stolz, dass meine Schwester sich so sicher gefühlt hat. Aber es gibt viel zu viele Menschen, denen es nicht so geht. Viel zu viele verstecken sich mit ihren Gefühlen vor ihrer eigenen Familie und ihren eigenen Freunden. Und dort muss ein Wandel geschehen.

Wir als Jugendstadtrat freuen uns riesig, dass dieses Thema nun auch in Solingen präsenter wird. Wir sind stolz, dass Solingen nun mit auf der Liste der CSDs in Deutschland steht. Wir Jugendlichen sind die Zukunft. Und wir wünschen keinem in Zukunft noch Angst haben zu müssen sich so auszuleben, wie man es selbst will. Das selbstbestimmte Leben unabhängig von der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität muss das Ziel sein.

Aus diesem Grund gratuliere ich im Namen des Jugendstadtrates dem Klingenpride Solingen zum Sonderpreis des Oberbürgermeisters.

Der Jugendstadtrat blickt voller Vorfreude auf die nächste Party

Nach zwei erfolgreichen Partys im vergangenen Jahr organisiert der Jugendstadtrat nun die dritte „Let’s Fetz“-Party in der Ohligser Festhalle. Die Partys richten sich an alle Jugendliche und junge Erwachsene ab 16 Jahren, die Lust haben zu feiern und zu tanzen.

„Wir bemerken den großen Bedarf nach einer Diskothek in Solingen. Unser Ziel ist es diesen Bedarf zumindest mit ein paar Partys im Jahr für die Jugendlichen zu decken.“, berichtet Sinja Waldmann, Vorstandsmitglied des Jugendstadtrates. Da das Dürpelfest in diesem Jahr ausfällt, dachte sich der Jugendstadtrat das Wochenende zu nutzen und veranstaltet nur dort die dritte “Let’s Fetz”-Party.

Der Jugendstadtrat wird bei der Veranstaltung finanziell von den Ohligser Jongens unterstützt. “Unser Ziel ist es eine Veranstaltungsreihe in Ohligs und der Festhalle zu unterstützen, die regelmäßig stattfinden kann und eine Lücke für die Ohligser Jugendlichen schließ”, berichtet Jörg
Wacker, Vorsitzender der Ohligser Jongens. Die Party ist von den Mitgliedern der Projektgruppe Nightlife des Jugendstadtrats Solingen geplant und wird von ihnen auch umgesetzt.

Zu einem günstigen Eintritt von 5€ im Vorverkauf und 10€ an der Abendkasse können alle ab 16 Jahren die Musik der zwei Solinger DJs genießen. „L´Hart Factory“ und „Just call me Johnny“ legen ab 20 Uhr die aktuellen Charts und Hits der letzten Jahre auf. Zutritt ist für alle Jugendlichen ab 16 Jahren. Alle Minderjährigen haben die Möglichkeit mit einer volljährigen Begleitung und einem zuhause ausgefüllten und ausgedruckten Muttizettel länger als bis Mitternacht zu feiern. „Da uns wichtig ist, dass jeder die Party in vollen Zügen genießen kann, fangen wir schon um 20 Uhr an und bemühen uns weiterhin um einen günstigen Eintritt“, so Waldmann. „So haben auch diejenigen ohne Muttizettel die Möglichkeit lange zu feiern.“

“Da das Dürpelfest dieses Jahr ausfällt haben wir uns einige Extras überlegt, wie wir ein bisschen Kirmesstimmung auf die Party bringen”, verrät DJ “L´Hart Factory” Lukas Hartmann. „Die letzten zwei Veranstaltungen waren sehr erfolgreich, friedlich und respektvoll – das lässt uns zuversichtlich auf die nächste Party blicken”, berichtet Sinja Waldmann.

Der Jugendstadtrat appelliert an ein respektvolles und nachhaltiges Karnevalswochenende

In den Jahren vor der Corona-Pandemie ist die Tradition entstanden, dass viele Jugendliche sich am Karnevalssamstag in Widdert treffen und gemeinsam zum Karnevalsumzug nach Leichlingen laufen. Auch dieses Jahr werden wieder viele Jugendliche gemeinsam diesen Weg antreten. „Es ist jedes Mal schön Leute auf dem Weg zu sehen, die man schon länger nicht mehr gesehen hat“, berichtet Alexander Erkelenz, Vorsitzender des Jugendstadtrates. „Außerdem ist es besonders, dass keine Organisation hinter dem Marsch steckt, sondern die Jugendliche durch Mund zu Mund Propaganda jedes Jahr kommen.“

In den Jahren zuvor gab es ein paar Beschwerden von Anwohnern über den Müll, der im Wald zustande kommt. Auch den Jugendstadtrat beschäftigt dies. „An der Haltestelle Widdert sowie auf dem Zugweg in Leichlingen werden Mülltonnen aufgestellt. Es ist wichtig, dass alle ihren Müll dort entsorgen und nicht im Wald und auf umliegenden Feldwegen“, betont Sinja Waldmann, Vorstandsmitglied des Jugendstadtrats, „Wir bitten deshalb alle Jugendlichen ihre leeren Flaschen wieder einzustecken und nicht in die Natur zu werfen. Dies kommt den Pflanzen, allen Lebewesen sowie der Schönheit unserer Natur zur gute.“ Um das Verletzungsrisiko zu minimieren, sind Glasflaschen auf dem Leichlinger Karnevalsumzug nicht erlaubt.

Der Jugendstadtrat freut sich auf einen respektvolles und nachhaltiges Karnevalswochenende. Eine Stadt voller Scherben, Schlägereien und stinkbesoffenen Menschen begrüßen der Jugendstadtrat, sowie die Bläck Fööss nicht: „mir singe jän, mir laache hän … danze jän, mir bütze jän … avver bitte, bitte met Jeföhl“.

Die ersten zwei Periodenartikelspender in Solinger Schulen!

Der erste Schritt eines großen Projektes des Jugendstadtrats ist getan. „Die ersten zwei Periodenartikelspender hängen in Solinger Schulen“, berichtet Lara Kettenring aus der August-Dicke-Schule. Sie kam im Sommer mit der Frage auf den Jugendstadtrat zu, wie man Periodenartikelspender in Schulen anbringen und diese finanzieren kann. Einen Antrag hierzu gab es bereits im März im Haupt-, Personal- und Gleichstellungsausschuss, dieser wurde abgelehnt. Das war für den Jugendstadtrat kein Grund das Projekt so schnell aufzugeben. Er ging den Weg über die Schülervertretungen und suchte Fördermöglichkeiten. Schnell erklärten sich die Friedrich-Albert-Lange-Schule und die August-Dicke-Schule bereit, als Modellschulen das Projekt zu starten.

Dr. Stefan Trenner, Schulleiter des Gymnasium August-Dicke-Schule: „Wir sind froh, dass wir zu den ersten Schulen gehören, die dieses Projekt zusammen mit dem Jugendstadtrat umsetzen.“ Am Mittwoch wurde der erste Spender an der ADS aufgehängt und befüllt.

„Uns war besonders wichtig, dass alle menstruierenden Personen Zugang zu den Periodenartikeln haben“, berichtet Madita Pirthauer, Schülersprecherin der Friedrich-Albert-Lange-Schule. Aus diesem Grund wurde der Spender dort im Flur aufgehängt.

Über den Förderverein Jugendstadtrat konnten die ersten beiden Spender und die erste Füllung mit Periodenartikeln finanziert werden. Durch die Initiative des Jugendstadtrats können sich nun alle Betroffenen während der Periode sicher fühlen. „Es gibt viele Schülerinnen und Schüler, die sich die Periodenartikel nicht leisten können oder gerade zu Beginn der Periode überrascht werden“, begründet Sinja Waldmann, Vorstandsmitglied des Jugendstadtrats, die Wichtigkeit der Aktion. Die Hürde, eine Lehrkraft anzusprechen oder ins Sekretariat zu gehen, wird somit beseitigt. Hinweisschilder machen in allen Toiletten in den Schulen auf den Spender aufmerksam.

Da noch keine langfristige Finanzierung der Periodenartikel existiert, werden sich zunächst die Schülervertretungen der Schulen selbst um die Beschaffung der Artikel kümmern müssen. „Dies ist für uns keine dauerhafte Lösung“, erklärt Sinja Waldmann. „Wir hoffen, dass in zukünftigen Haushalten der Stadt die Periodenartikel genauso wie Toilettenpapier und Papierhandtücher eingekauft und abgerechnet werden, damit nicht weiter die Schülerinnen und Schüler selbst, der Schulverein, Lehrkräfte oder Sekretärinnen die Finanzierung übernehmen.“

Ziel des Jugendstadtrates ist es, dass Ende 2023 in allen Solinger Schulen Spender vorhanden sind. Alle Schulen und Schülervertretungen können sich hierfür beim Jugendstadtrat melden. Die erste Finanzierung ist durch die Förderung „Demokratie leben“ gesichert.

Neben den Schulen setzt sich der Jugendstadtrat auch für die Anbringung in Jugendzentren und Kulturstätten ein. Die Cobra und das Haus der Jugend Gräfrath werden die nächsten Standorte sein, an denen Periodenartikelspender durch den Jugendstadtrat angebracht werden.